Album:angstalt – ex.

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Track 1


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    Title
    ex.
    Artist
    /'angstalt/
    Release date
    1998-03-03
    Album Type
    album
    Release format
    cassette, website

    in seinem namen

    dort sind die bilder eines gottes
    sie setzten farben auf des höchsten thron
    seht nicht direkt in ihre sonnen
    euch zurückzuholen — sie warten schon
    dort sind die worte eines gottes
    er legte wert auf den gepflegten ton
    hört nicht zu sehr drauf, was sie sagen
    was sie im schilde führen — ihr wißt es schon!
    es ist nur inspiration
    vage skizzen und umrisse
    sucht den höchsten in euch selbst
    und nicht in bildern oder worten!
    »während wir stehen fällt der schatten hin.
    morgensonne entwirft die erste zeichnung.
    blühen ist ein tödliches geschäft —
    doch wir haben uns einverstanden erklärt:
    wir leben...«
    (mick)

    aus angst vor nähe
    oder:
    von meinem wunsch zu gehen,
    bevor du mich verläßt
    (und wann das endlich aufhört)

    erst jetzt öffne ich die augen
    und seh' mir ins gesicht
    erst jetzt wo es zu spät ist
    erst jetzt wo du schon weg bist...
    erst jetzt denk' ich drüber nach
    was du eigentlich gemeint hast mit
    ich müßte auch was tun und
    du schaffst das nicht allein...
    immer wieder und wieder wird mir hinterher erst klar
    wie recht du wirklich hattest, wie herablassend ich war
    so bestätigt sich dein abschiedssatz schon nach kurzer zeit:
    'was mich am allermeisten ankotzt ist dein selbstmitleid!'
    'oh hätt' ich doch' und 'könnt' ich noch'
    'ich wünschte' und 'ich würde'
    und 'ich wollte doch es sollte nicht'
    und 'wär ich bloß doch bin ich nicht'
    'ich hatte es doch vor'
    hab' ich geredet und geträumt
    darüber hab' ich es vergessen
    und die nächste chance versäumt.
    es war alles so einfach:
    man sagt nur, wie schlecht man ist
    und wird sofort darin bestätigt
    weil niemand widerspricht...
    doch wenn ich ehrlich zu mir selbst bin:
    was soll man da auch sagen?
    daß ein geliebter mensch sich selbst zerstört
    ist schließlich nicht auf dauer zu ertragen...
    so hab ich alle gezwungen mich allein zu lassen
    und mir dann eingeredet, daß mich alle hassen
    und wenn's nicht zu spät ist — dann bitte ich dich:
    bring mir bei wie man sich sagt: 'ich liebe mich...'

    ex.

    gott lieh mir seine augen
    — ich hab sie blindgesehn
    gott lieh mir sein ohr
    — ich hab es taubgeschrien
    gott lieh mir seinen mund
    — ich hab ihn um sein wort gebracht
    gott lieh dir seine hörner
    — und ich glaub, du trägst sie noch...
    oh gott — leih mir deine unschuld heute nacht
    ich weiß, ich verdien sie nicht —
    durch nacht zum licht...
    gott lieh mir seine flügel
    — ich hab sie ausgerissen
    gott lieh mir seine hand
    — ich hab sie weggeschmissen
    gott lieh mir sein herz
    — ich hab es totgeschlagen
    gott lieh dir seinen schoß
    — und ich glaub, du hast ihn verkauft...
    oh gott — leih mir deine geduld heute nacht
    ich weiß, ich verdien sie nicht —
    durch nacht zum licht...

    die zeitraffer

    kaufen kaufen
    will ersaufen
    in konsummentalität
    renne hierhin, renne dahin
    packe ein
    soviel wie geht
    viel besitzen, nichts verschwitzen
    renn zum shop
    doch bin zu spät
    fast vergessen, muß noch essen
    fast-food
    altes fett — es brät

    katharsis

    ein lied für all die schmerzen
    die du mir heut schenkst.
    ich hab jetzt lang genug umsonst gehofft,
    daß du an mich denkst.
    will keine faulige entschuldigung,
    nur damit du's weißt!
    ich hatte dir vertraut,
    falls du weißt was das heißt...
    dein mitleid ist ja rührend,
    deine gnade grenzenlos...
    'ist doch besser für uns beide...'
    welch ein segensreicher trost!
    das kleine etwas existenz,
    daß ich jetzt noch bin,
    kann grad noch dieses liedchen schreiben
    und rottet vor sich hin...
    ein lied an all die anderen,
    in denen ich mich täuschte
    — gibt es keinen engel mehr,
    der einen prinzen sich erträumt?
    ein lied an all die schweiger,
    deren meinung ich jetzt bräuchte
    — ich kann nicht länger warten,
    eure frist habt ihr versäumt!
    die große hoffnung... ich schlepp mich weiter...
    durch all die leeren menschen...
    und dann find ich dich... irgendwann...
    und dann hat sich das alles gelohnt...
    geht aus dem weg — geht aus dem licht
    versperrt mir nicht die herzen — versperrt mir nicht die sicht
    laßt mich sie sehen und sie meine trüben augen färben,
    mich von innen küssen und das meiste in mir sterben...
    dann bin ich rein!

    pokrzywa

    funkt in meiner seele
    wie schwelbrand — sich vermehrt
    und nun wie fegefeuer
    auf mein herz sich ergießt
    ein fühler wird in mir
    tastet sich nach unten
    und nun in meiner mitte
    das fegefeuer besieht
    frißt sich durch
    durch und durch und
    durchaus nicht ohne schmerz
    ein brand ganz weit weg
    zu weit — kann nicht löschen
    und nun der zweite
    wie im regen erlischt
    stapelt sich in mir
    ist fast schon zu weit
    und nun neues entsteht
    doch auch die qual nicht vergißt
    frißt mich auf
    auf und auf und
    aufhören wird sie nie
    »ich würd' jetzt gerne weinen —
    doch bitte dreht euch vorher um...«
    auf und auf und auf und auf und
    auf wiedersehn...

    die frage

    wenn du mich fragst,
    ob ich dich noch liebe,
    dann ist mir,
    als hätt ich schon 'nein' gesagt.
    denn hätt ich den wunsch,
    daß etwas zwischen uns bliebe,
    so wüßtest du dies
    und hättest nicht danach gefragt.

    elend.

    standst kopfgesenkt verloren umher
    trauerblickend — fehlt dir was?
    kam kniezitternd hoffend näher
    mehrwortwollend — 'frag nur!'
    wer bin ich nur? das weißt du nicht...
    woher auch?
    du gabst mir deine schwere
    und tanzt mit meinem glück davon...
    es ist selten gold was glänzt — du am meisten.
    durch dich machte ich bekanntschaft
    mit einem toten freund — mir —
    der sich jetzt wieder um mich sorgt.
    jede neue dieser bekanntschaften
    macht einen einsamer — du am meisten.
    es ist selten gold was glänzt — du am meisten.

    sargsteinschlag (version)

    schweben gedankenlos
    (sehsüchtig)
    ohne zu wissen
    wohin
    stürzen grenzenlos
    (unendlich)
    ohne zu wissen
    wohin
    ja, wir lieben gewissenlos
    (seelschlachtend)
    ohne zu wissen
    wen oder warum
    träumen ohne gedanken
    (gedankenlos)
    ist nur der moment?
    sargsteinschlag.
    träume bringen das leben
    die euphorie
    die leidenschaft.
    dich zu malen,
    ohne dein gesicht zu sehn...
    sargsteinschlag.

    lautlossagen (l'esclave de l'amour)

    i. schweigegelübte

    wenn ich dich jetzt bitten würde: 'laß uns über's schweigen sprechen', würdest du mich anlächeln und schweigen? nein. du verstehst mich nämlich nicht. du würdest eher fragen, was das soll, denn du wüßtest nichts zu sagen, und das ist etwas anderes als schweigen, wie ich es meine. du verstehst mich nicht. laß uns von etwas anderem schweigen.

    ii. betritt sie den saal

    i:

    sie spricht nicht zuviel
    und sie zu verstehn
    ist wie einen traum zu deuten
    sagt ganze welten
    ohne worte
    belebt sie den raum
    wir verschwiegen uns die zeit
    schätzten uns nicht glücklich
    sondern waren es einfach
    eichten die sinne
    öffneten uns
    und waren frei!

    ii:

    zogen uns — in uns — zurück
    nicht jeder für sich
    sondern einvernehmend
    beschwiegen probleme
    von unermeßlicher
    unbedeutsamkeit
    in einem leben
    in dem man viel zu oft
    verspricht...
    bauen nicht auf leeren worten
    um rein zu erstehen
    in erfülltem schweigen
    nicht wer nicht spricht
    ist stumm
    da wer nichts sagt.
    und so erstrahlt in uns
    wie niemand sagen kann:
    »ich habe nachgedacht...«

    iii:

    heilnachtsabend
    ballerina
    kerzen — rosen — wein
    sagt eigne inseln
    ohne bewegung
    verläßt sie den raum,
    ist nicht mehr ganz allein
    und wer weiß?
    wo wird sie sein?
    wer wird sie sein?
    wem wird sie sein?
    bis zum nächsten mal.

    schmetterlings traum

    ich dachte, ich müsse real sein
    doch welcher fakt beweißt mir das?
    vernehme ein rhythmisches klopfen
    welches hier und da mal ausbricht.
    während mein planet mit
    107.000 km/h
    seine bahnen zieht
    stehe ich anscheinend fest am boden
    innerhalb von sekunden
    wechselt ein baum sein gewand
    und nur weil ich denke
    weiß ich noch lange nicht, ob ich bin.
    bin ich nun existent — oder liegt das noch vor mir?
    oder habe ich diesen zustand
    schon längst
    hinter mich gebracht?
    rasend zieht die zeit
    welche wir zu unserer sicherheit
    vermessen zu messen gelernt
    mit uns durchs leben
    solche gedanken
    schleichen sich mir durchs gehirn
    und ich muß sie schleunigst verwerfen
    damit ich funktionieren kann...

    Found via
    Licensing

    eine ausnahme hiervon stellen z.b. die stücke des debut-albums "ex." dar. wir stellten dieses album bereits im mai 2003 unter die »green open music license«, was praktisch der »namensnennung/gleiche bedingungen«-lizenz entspricht.

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